„Science to public“, Partizipation und Kooperation
Nachbericht zur Veranstaltung „Auf ein langes, gesundes Leben?! – Möglichkeiten und Grenzen“
Faktoren zur Förderung eines langen, gesunden Lebens sowie die Frage nach gesellschaftlichen Bedingungen sozialer Teilhabe, die – möglichst allen Menschen – gesundes Altern überhaupt erst ermöglichen, standen im Mittelpunkt der äußerst lebendigen und unter reger Beteiligung stattfindenden Kooperationsveranstaltung am 22. April 2026 im Volkskundemuseum am Paulustor.
Die gefragte Molekularbiologin und Langlebigkeitsforscherin Corina Madreiter-Sokolowski, deren Buch (gemeinsam mit Kristina Hütter-Klepp) „Der Code zum Jungbleiben. Zellbiologische und medizinische Perspektiven auf die Langlebigkeit“ kürzlich erschienen ist, bot auf verständliche und sympathische Art Einblicke in ihre Forschung – im Speziellen in Ergebnisse, die in Prävention und Behandlung von Krankheiten einfließen. Dabei betonte sie die Wichtigkeit präventiver Maßnahmen und ging auf Basis von Studien auf acht bekannte Faktoren (wie z.B. ausreichender Schlaf, pflanzenbetonte, vollwertige Ernährung, ausreichender Schlaf,…), die wesentlich zu einem gesunden Leben beitragen, ein. Besonders hob sie den entscheidenden Beitrag sozialer Interaktion hervor: Einsamkeit und soziale Isolation steigern eindeutig das Krankheitsrisiko!
An die Feststellung von Madreiter-Sokolowski anschließend, dass Alterungsprozesse stark von Einflüssen aus der Umwelt bzw. Gesellschaft abhängen, bekräftigte Johannes Maier BA, Projektverantwortlicher der partizipativen Ausstellung „Altersgeschichten“ im Volkskundemuseum, in seinem Impuls die gesellschaftliche Verantwortung im Bereich des Alterns. „Altern ist immer auch sozial geprägt: durch Wohnverhältnisse, durch finanzielle Möglichkeiten, durch soziale Einbindung und durch gesellschaftliche Anerkennung“, so Maier. Er wies auf soziale Teilhabe als Voraussetzung für Würde, Lebensqualität und Gesundheit hin und mahnte einen kritischen Blick auf verschiedene Formen von Ausgrenzung ein. Maier betonte die Verantwortung von Museen und öffentlichen Einrichtungen als „öffentliche Räume, in denen gesellschaftliche Wirklichkeit sichtbar gemacht und verhandelt wird“ und hob die große Chance partizipativer Projekte, besonders im Sinne des Sprechens mit Menschen und nicht über sie, hervor.
Im Podiumsgespräch wurde der Wert des interdisziplinären Arbeitens herausgestrichen und unter der achtsamen Moderation von Edith Zitz sowie der aktiven Beteiligung der Teilnehmenden wurden Themen wie Care-Arbeit, Unabhängigkeit von Forschung, Geschlechtergerechtigkeit und Wissenschaftsskepsis behandelt.
Auf eine kulinarisch stärkende Pause folgte eine inhaltlich intensive Weiterarbeit im Rahmen eines Lerncafés. Die Teilnehmenden beschäftigten sich etwa mit Fragen wie „Welche Fragen tun sich nach den beiden Impulsen auf?“ oder „Was könnte gesellschaftlich der nächste Schritt für ein langes, gutes Leben für alle sein?“. Eine „Blitzlicht-Runde“ ermöglichte eine Zusammenschau der Lernergebnisse.
Einig war man sich abschließend: „Alterungsprozesse passieren nicht in einem Vakuum!“
Ein HERZLICHES DANKE allen Beteiligten – den Referierenden, der Moderatorin, den Teilnehmenden sowie dem Kooperationspartner, dem Volkskundemuseum am Paulustor für die Zusammenarbeit im Rahmen dieser bereichernden gemeinsamen Veranstaltung! Gefördert wurde die Veranstaltung aus Mitteln der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB).